Aktuelle Nachrichten aus der Zeitarbeit und Personaldienstleistung

Zeitarbeitstür für Flüchtlinge geöffnet

„Hier hat der Gesetzgeber einen großen Schritt nach vorn und langfristig zwei Schritte zurück gemacht“, reagierte Dr. Martin Dreyer, Geschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), auf die Novellierung des Integrationsgesetzes. Für drei Jahre wird damit der Weg für Flüchtlinge in die Zeitarbeitsbranche bereits nach drei Monaten freigemacht – allerdings nur in Regionen mit guter Arbeitsmarktsituation.

Alles neu macht der Mai, so auch beim Eingliederungszuschuss

Schon seit einiger Zeit war in der Presse von der Rüge des Bundesrechnungshofes zu hören, in der die Zahlung von Eingliederungszuschüssen an Unternehmen der Zeitarbeit kritisiert wurde. Dabei hießen die wesentlichen Vorwürfe, es kämen keine dauerhaften Beschäftigungsverhältnisse zustande und die Personaldienstleister hätten die Zuschüsse bereits fest in ihren Umsatzzahlen eingeplant.

Galant verschwiegen wurden dabei allerdings die anderen Kritikpunkte, wie etwa die gängige Praxis der Arbeitsagenturen, pauschal Maßnahmeplätze, z.B. für Staplerscheine, Bewerbungstrainings, etc. einzukaufen und Arbeitnehmer –unabhängig von ihren individuellen Bedarfen – einzuplanen, nur um die Plätze zu besetzen. Mit Wirkung vom 20.05.2016 hat nun die Bundesagentur für Arbeit reagiert und die Bedingungen für den Eingliederungszuschuss verändert. Klar deutlich wird hierbei die Intention, Personaldienstleister von der Förderung mittels EGZ auszuschließen. So heißt es bereits in der Einleitung der beigefügten Geschäftsanweisung EGZ: „(2) Leistet der antragstellende Arbeitgeber selbst keinen wesentlichen Beitrag zum Ausgleich der Minderleistung, entsteht ihm grundsätzlich kein finanzieller Nachteil, der mit einem Eingliederungszuschuss zu kompensieren wäre.“ Verständlicherweise sorgt dies nicht zu Unrecht für Aufregung in der Zeitarbeitsbranche. Aber wie genau ist dieser Vorgang zu bewerten, welche Konsequenzen hat es im Alltag?

Zeitarbeit: Unsicherheit und zu wenige Bewerber 2016

Laut der Automobilwoche werde die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland im laufenden Jahr bei etwa 930.000 stagnieren. 2015 war sie noch um 3,5 Prozent gewachsen. Zu dieser Schätzung kommt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk in einer Analyse der führenden deutschen Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen, damit sei die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland letztes Jahr um 3,5 Prozent auf durchschnittlich gut 930.000 gestiegen.

Autor: Gerd Scholz

BAP auf der CIETT Weltkonferenz in Neu Delhi

Unter dem Motto „New Era of Employment“ findet in dieser Woche die jährliche Konferenz des Weltverbands der Zeitarbeit, der „International Confederation of Private Employment Agencies“ (CIETT), in Indiens Hauptstadt Neu Delhi statt. Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP), der als einziger Branchenverband Deutschlands Mitglied im CIETT ist, nimmt an der dreitägigen Konferenz teil.

DGB kritisiert weiterhin Missbrauch bei Zeitarbeit

Der DGB kritisiert das sich die Zahl der Zeitarbeiter in Niedersachsen seit 2003 mehr als verdreifacht hätten. Weiterhin ist der DGB der Auffassung, dass es immer häufiger zu einem Missbrauch beim Einsatz von Zeitarbeitern und Werkvertrags-Beschäftigten kommt. Der DGB möchte das Thema Zeitarbeiter daher weiter auf der Tagesordnung halten.

Minister Olaf Lies begrüßt die aktuelle Änderungen wie folgt: „Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Baustein, um prekäre Beschäftigungsverhältnisse zurückzudrängen und Stammarbeitsplätze zu sichern. Aber es werden weitere konsequente Schritte folgen müssen.“

Quelle: www.welt.de